private Altersvorsorge

Was ist Rüruprente?

Die Rürup Rente ist eine staatlich geförderte Basisrente, die im Jahr 2005 eingeführt wurde, nachdem sich der große Erfolg der Riester Rente abzuzeichnen begann. Der Ökonom Bert Rürup schuf mit der nach ihm benannten Rente ein Pendant zur Riester Rente, das auch Selbstständigen zugutekommt, die von der Riester Rente nicht profitieren können.

Aufbau der Rürup Rente

Bei der Rürup Rente schließt der Versicherungsnehmer mit einem privaten Anbieter einen Rentenversicherungsvertrag ab, der eine kapitalgedeckte Rente aufbaut (anders als die umlagefinanzierte staatliche Rente), aber in den Leistungskriterien wie eine gesetzliche Rente behandelt wird. Das betrifft vor allem die Auszahlungsphase. Anders als andere private Rentenversicherungen und auch die Riester Rente kann eine Rürup Rente nicht verkauft oder beliehen werden, sie wird ausschließlich mit Erreichen des definierten Rentenalters (Vertragsabschluss ab 2012: 62 Jahre) als monatliche Leibrente ausgezahlt. Das hat den Hintergrund, das gerade Selbstständige im Verlaufe ihres Berufslebens bei finanziellen Schwierigkeiten gern bestehende Rentenverträge auflösen und im Alter zum Sozialfall werden. Es gibt beim Erreichen des Rentenalters auch kein Kapitalwahlrecht (also Auszahlung der Rente auf einmal), sondern nur die monatliche Rente. Was zunächst rigide erscheint, ist eine kluge Lösung, für die Rürup Sparer mit einer großzügigen steuerlichen Förderung belohnt werden.

Rüruprente: Förderung und steuerliche Behandlung

Die Beiträge zur Rürup Rente können zusammen mit anderen Beiträgen zur Rentenvorsorge, zum Beispiel zur gesetzlichen Rentenversicherung, steuerlich geltend gemacht werden. Dieser Abzug steigt um 2 Prozent jährlich an, wobei ein jährlicher Höchstsparbeitrag von 20.000 Euro pro Person angenommen wird. Von diesem Höchstsparbeitrag können im Jahr 2011 insgesamt 72 Prozent, im Jahr 2012 dann 74 Prozent steuerlich geltend gemacht werden. Im Jahr 2025 werden dann die Beiträge zu 100 Prozent steuerlich geltend gemacht. Wenn ein Rürup Rentensparer im Jahr 2012 einen Vertrag abschließt und monatlich 400 Euro einzahlt, jährlich also 4.800 Euro, kann er davon 3.552 Euro von der Einkommenssteuer absetzen. Das steuerpflichtige Einkommen mindert sich um diesen Betrag. Während der Rentenphase wird die Rürup Rente besteuert, auch hier gibt es eine Progression. Diese ist geringfügig anders aufgebaut als diejenige der Ansparphase. Der volle Steuersatz auf 100 Prozent der ausgezahlten Rente gilt erst ab dem Jahr 2040. Mit dem Beginn des Rentenalters wird für jeden Rürup Rentner ein steuerfreier Anteil festgelegt, der lebenslang festgeschrieben wird. Dieser steuerfreie Anteil sinkt jährlich, bis zum Jahr 2020 um 2 Prozent, zwischen 2021 bis 2040 um 1 Prozent. Wer im Jahr 2012 erstmalig eine Rürup Rente bezieht, zahlt auf 64 Prozent der Rente Steuern. 36 Prozent der Rente werden lebenslang als steuerfreier Anteil festgeschrieben.

Vorteile der Rürup Rente

Ein wesentlicher Vorteil für Selbstständige ist die Möglichkeit, die Einzahlungen auf einmal oder in einzelnen großen Summen vorzunehmen. Jede dieser Summen ist für das entsprechende Jahr unter steuerlichen Gesichtspunkten förderfähig. Das bedeutet, wenn ein Selbstständiger ein Jahr mit sehr hohen Gewinnen hat und durch die Steuerprogression hoch veranlagt würde, was sich auch auf die Einkommenssteuervorauszahlung des kommenden Jahres auswirkt, kann er stattdessen einen hohen Betrag in die Rürup Rente einzahlen, den entsprechenden, für das Jahr geltenden Maximalsatz steuerlich geltend machen und so vorsorgen und gleichzeitig Steuern sparen. Wenn Selbstständige kurz vor Erreichen der Rente ihr Geschäft veräußern, können und sollten sie genauso vorgehen. Das ist die eigentliche Intention der Rürup Rente. Generell ist sie auch für Arbeitnehmer geeignet, wenn diese sehr viel verdienen, ihre Riester Förderung ausgeschöpft haben und zusätzlich Steuern sparen möchten. Diese Fälle dürften aber eher selten sein, zumal dieser Personenkreis dann eventuell andere Finanzanlagen ins Auge fasst. Für Selbstständige und Freiberufler ist jedoch eine Rürup Rente perfekt geeignet. Die ideale Lösung dürfte sein, einen kleineren Sockelbetrag monatlich einzuzahlen und stets im November oder Dezember Jahresgewinne zu schätzen und überschüssige Beträge steueroptimierend in die Rürup Rente einzuzahlen. Die Rentenverträge für eine Rürup Rente werden als konventionelle oder fondsgebundene Rentenversicherung angeboten, sie können mit einem Berufsunfähigkeitsschutz und einer Hinterbliebenenversorgung (gegen Aufpreis) verknüpft werden. Sie sind insolvenz- und pfändungssicher und beim Bezug von HartzIV nicht in der Vermögensanrechnung enthalten. Aufgrund der Einzahlungsbedingungen können sie problemlos beitragsfrei gestellt werden.

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